Häufige Kurzzeiterkrankungen im Team: Was Sie als Führungskraft wirklich tun können

Drei Tage krank, zwei Wochen da, wieder drei Tage weg. Manche Mitarbeiter sind gefühlt öfter krank als anwesend – und Sie wissen nicht so recht, wie Sie damit umgehen sollen. Zu streng wirken Sie nicht wollen. Aber einfach nichts zu sagen fühlt sich auch falsch an.

Dieses Dilemma kennen viele Führungskräfte in kleinen und mittleren Unternehmen. Hier erfahren Sie, was in dieser Situation tatsächlich hilft.

1. Das Gespräch suchen – früher als Sie denken

Viele Führungskräfte warten viel zu lang. Die Hemmschwelle ist groß: Wirke ich kalt? Mache ich Druck auf einen kranken Menschen? Nein – ein Rückkehrgespräch ist kein Verhör und kein Druckmittel. Es ist ein normales, menschliches Gespräch.

Und genau das sollten Sie kommunizieren, wenn der Mitarbeiter zurückkommt: „Schön, dass Sie wieder da sind. Ich würde kurz mit Ihnen sprechen – nicht um Sie zu kontrollieren, sondern weil mir wichtig ist, dass es Ihnen gut geht und Sie hier gut arbeiten können.“

Das signalisiert Interesse, keine Kontrolle. Und es öffnet oft Türen, die sonst geschlossen bleiben.

2. Muster erkennen und ansprechen

Ab wann ist „häufig krank“ wirklich auffällig? Eine grobe Orientierung: Wenn jemand im Jahr mehr als sechs Kurzerkrankungen hat oder mehr als 30 Fehltage aufweist, ist das ein Signal, das Sie nicht ignorieren sollten – nicht aus Misstrauen, sondern aus Fürsorge.

Sprechen Sie das Muster offen an: „Mir ist aufgefallen, dass Sie in den letzten Monaten mehrfach kurzfristig ausgefallen sind. Ich mache mir Gedanken darüber – gibt es etwas, das ich wissen sollte?“

Das ist keine Anklage. Es ist eine Einladung. Und manchmal steckt dahinter etwas, das sich lösen lässt: ein Konflikt im Team, eine Überforderung, ein privates Problem, das sich auf die Arbeit auswirkt.

3. BEM im Blick behalten

Wenn ein Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten mehr als 42 Arbeitstage krank war, sind Sie als Arbeitgeber verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) anzubieten. Das ist keine Kür, sondern gesetzliche Pflicht.

BEM bedeutet nicht, dass Sie dem Mitarbeiter auf die Pelle rücken. Es bedeutet, dass Sie gemeinsam schauen: Was kann die Rückkehr in den Arbeitsalltag erleichtern? Veränderte Aufgaben, angepasste Arbeitszeiten, externe Unterstützung?

Auch wenn die 42-Tage-Grenze noch nicht erreicht ist – bei einem Muster häufiger Kurzzeiterkrankungen lohnt es sich, frühzeitig zu überlegen, ob ein niedrigschwelliges Gespräch in diese Richtung sinnvoll wäre.

Fazit

Häufige Kurzzeiterkrankungen sind kein Thema, das Sie aussitzen sollten – und sie sind auch kein Anlass für Misstrauen oder harte Maßnahmen. Mit dem richtigen Gesprächsansatz, klarer Beobachtung und dem Wissen um Ihre rechtlichen Pflichten kommen Sie hier deutlich weiter als mit Schweigen oder Druck.

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie ein solches Gespräch angehen sollen, oder ob in Ihrem Fall BEM einzuleiten ist – ich helfe Ihnen gerne dabei, den richtigen Rahmen zu setzen.

Nehmen Sie gerne Kontakt auf: andree.linker@text-klar.de oder über das Kontaktformular auf text-klar.de.

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